by Nina Kühn

Von: Nina Kühn | Datum: | Kategorie:

Hochleistung Leistungszucht

Die Zucht einer „Nicht-Rasse“ ist sicherlich eine Sache für sich. Man braucht sich nicht entscheiden zwischen Ausstellungs- und Leistungszucht. Man könnte natürlich auch sagen: Man kann die Tiere nicht ausstellen und erhält keine Bewertung seiner Zuchtarbeit.

Die meisten haben sicherlich schon mitbekommen, dass ich keine Rasseanerkennung anstrebe. Viele fragen mich dies und dann auch nach dem „Warum“. Dass ich die Tiere ja gar nicht ausstellen könne, ist meist das Hauptargument. Stimmt allerdings nicht, ich bin mit meinen Tieren bereits auf mehreren Schauen meines Zuchtvereines RGZV Algermissen gewesen, der mich von Anfang an unterstützt hat und nicht fragt, ob meine Tiere irgendwo anerkannt sind. Ich stelle sie aus, um sie den Leuten zu zeigen und über sie zu informieren. Einige Fans und Liebhaber haben sie so sicherlich bereits gewonnen. Natürlich gibt es keine Bewertung und keine Preise zu gewinnen aber wenn ich das anstrebe, habe ich eine große Auswahl an vielen tollen anerkannten Rassen, die ich nebenbei auch züchten könnte.

Die meisten haben vermutlich auch schon mitbekommen, dass ich nicht die süßesten Küken zur Zucht auswähle. Nicht die Hennen mit dem fesselsten Blick, nicht mal die mit der spektakulärsten Eierfarbe. Kein Hahn wird meine Zucht führen, weil er der Schönste oder Imposanteste ist oder der mit der reinsten Gefiederfarbe. Ebenso wenig wird ein Tier meine Zucht verlassen müssen, weil eine Zacke am Kamm irgendwie ausartet oder die Füßchen nicht ganz hübsch oder grün genug sind. Eine Freude fürs Auge sind die Silverudds so und so. Egal ob blau oder splash, mit Gold oder Silber oder ohne. Ich bin sicher, beim Anblick der Tiere aus manchen schwedischen Linien, würden hier die allermeisten nicht auf echte Silverudds tippen. Das Aussehen kann also unterschiedlich sein. Einzigartig macht sie nach ihrem Charakter vorallem ihre Leistung. Aber speziell die Legeleistung bereitet züchterisch natürlich etwas Sorge. Denn wie bemisst man die Legeleistung wenn man die Eier nicht zählt? (wiegen lassen wir jetzt einfach mal aussen vor). Die Hennen anhand irgendwelcher körperlicher Merkmale bewerten, die darauf schliessen lassen, dass sie vermutlich viele Eier legt/legen wird? Nein, das ist mir nicht konkret genug, ich gründe keine Zucht auf Vermutungen und raten. Ich kann nicht von guter Legeleistung sprechen, wenn ich keine Zahlen habe. Die Zahlen, die man überall liest:“250-280 Eier im Jahr“ sind Angaben, die andere gemacht haben. Sie kann man bei der Kulturhönsföreningen in Schweden nachlesen. Ich kann das nicht guten Gewissens einfach nachplappern. Ich kann die Frage nach der Legeleistung nur beantworten, wenn ich Eier zähle. Punkt. Die Eier meiner Olivleger (Silverudds x Marans) zu zählen ist verhältnismäßig einfach, sie unterscheiden sich recht stark in ihrer Farbe und ich habe sehr wenige Hennen. Ihre Legeleistung kann ich daher mit 200-220 Eiern im Kalenderjahr angeben. Ohne Lichtprogramm. Die Eier meiner Silverudds zähle ich selbstverständlich auch. Um dieses schwierige Unterfangen meistern zu können, sind schliesslich all die wunderschönen Grün- und Blautöne der Eierschale entstanden. Aber wer mehr als eine handvoll Hennen hat, weiß dass das Eierzählen durch Zuordnung anhand der Eierfarbe eine wirklich schwierige –und vor allem fehleranfällige Sache- ist. Ein Fallnest wiederum kommt –meiner Meinung nach- nur für Rentner oder Hauptberufliche (Eierzähler) in Frage, für berufstätige Hobbyzüchter wegen der lange Ausser-Haus-Zeiten jedenfalls wohl nicht. Ich habe mir also lange schon Gedanken gemacht, wie ich meine Zucht langfristig ordentlich und mit reellen Zahlen zur Legeleistung meiner Silverudds betreiben kann. Meine Strichliste hat bei mehr als 4 Hennen, die sich zum Großteil auch noch im gleichen Alter befinden, jedenfalls ausgedient.

Ich teste daher zur Zeit eine mikrochipgesteuerte Lösung in Form einer Klappe vorm Legenest, die die betreffende Henne beim Durchtreten scannt, erfasst und eine Statistik ausgibt, wann und wie lange die Henne im Nest gewesen ist. Das System ist sicherlich nicht ausgereift, funktioniert bei mir aber bisher mit etwas Pflege einigermaßen. Ein Unternehmen das ebenfalls mikrochipgesteuerte Lösungen für eine Reihe von Problemen anbietet, hat bereits ein System zur Leistungserfassung entwickelt, teilt mir auf Anfrage aber leider nur mit, dass dies für mich wohl „zu teuer“ ist. Zumindest der wissenschaftliche Geflügelhof des BDRG interessiert sich für dieses Problem der ordentlichen (Hobby-) Züchter und eventuell gibt es hierzu bald ein Projekt. Bis dahin kommen ich und meine Damen sicher ganz gut mit unserer Klappe zurecht und sind sehr gespannt was die Zukunft da zu bieten hat!

Foto zeigt die Bedienoberfläche und Auswertung der "Nestzeiten" meiner besagten Klappe.

Schwedische Isbar

Ideal für Selbstversorger! Anfängergeignet!
Besonders interessant für Fans von "bunten Eiern".

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